Rezensionen
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Piotr Siemion:
Picknick am Ende der NachtAndrzej Stasiuk:
Die Welt hinter DuklaHenryk Grynberg:
Drohobycz, DrohobyczRoma Ligocka:
Das Mädchen mit Rotem MantelCze³aw Mi³osz:
Hündchen am WegesrandRyszard Kapuœciñski:
Die Welt ist ein gewalttätiges ParadiesAleksander Wat:
Jenseits von Lüge und WahrheitAdam Zagajewski:
Lachen und ZerstörungZbigniew Herbert:
Herrn Cogitos Vermächtnis, 89 GedichteMarek H³asko:
Die schönen ZwanzigjährigenHalina Poœwiatowska:
Erzählung für einen FreundWilhelm Dichter:
Rosenthals VermächtnisNatasza Goerke
Sibirische PalmeMarek £awrynowicz:
Der Teufel auf dem KirchturmKrzysztof Maria Za³uski:
Bodensee TryptychonGustaw Herling:
Welt ohne ErbarmenArtur Sandauer:
Der Tod eines LiberalenRyszard Krynicki:
Stein aus der neuen WeltAdam Zagajewski:
Ich schwebe über KrakauNatasza Goerke:
Abschied von PlasmaMa³gorzata Saramonowicz:
Die SchwesterW³odzimierz Kowalewski:
Rotes Haar, nachtsOlga Tokarczuk:
Ur- und andere ZeitenMaria Nurowska:
Tango für dreiJózef Ignacy Kraszewski:
Graf Brühl
Wir sind schreckliche Egoisten
Wissen ist nicht verstehen. Aber was wissen wir tatsächlich über die Menschen, mit denen wir zusammen leben? Was wußte Jakub über seine Frau Maria? Seit Jahren leben sie zusammen und plötzlich stellt sich heraus, daß Jakub seine Frau gar nicht kennt. Eines Tages schläft Maria einfach ein und verfällt in eine tiefe Lethargie, deren Ursache die Ärzte nur erraten können. Maria ist schwanger. Die einzige Lösung, Maria wieder zum Leben zu erwecken, sehen die Ärzte in
einer Abtreibung. Jakub möchte sowohl seine Frau als auch sein ungeborenes Kind retten. Dazu muß er aber das Rätsel lösen und die Gründe für die Krankheit seiner Frau finden. Allmählich deckt er die Wahrheit über ihre Vergangenheit auf.
Die Schwester ist die Geschichte unserer Gesellschaft. Wir leben nebeneinander, in denselben Städten, in denselben Häusern, manchmal in denselben Zimmern. Aber die ganze Welt dreht sich nur um uns, da wir schreckliche Egoisten sind. Unsere Probleme sind größer, wichtiger als die der anderen. Wer bemerkt, daß es jemanden gibt, der unsere Hilfe braucht? Wir wissen, daß es niemanden gibt, der sich wirklich um uns kümmern wird, deshalb verstecken wir unsere Ängste tief im Inneren und kämpfen gegen sie ganz allein an. Kein Wunder, daß wir so häufig besiegt werden.
Der Roman ist ein Buch für jene, die überzeugt sind, daß alles in ihrem Familienleben in Ordnung ist. Er wird alle die Menschen erschüttern, deren Leben so hektisch ist, dass sie keine Zeit finden, um ihren Nächsten in Ruhe zuzuhören. Schließlich ist es ein Buch für die, die bereits alles gelernt haben, die überzeugt sind, daß sie immer alles besser wissen. Sie werden im Roman von Ma³gorzata Saramonowicz erfahren, daß sie die einfachsten und zugleich wichtigsten Lebenswahrheiten noch nicht kennen.
Maria D¥browska
Ma³gorzata Saramonowicz, Die Schwester, Rotbuch-Verlag 2000,
36 DM