Rezensionen
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Piotr Siemion:
Picknick am Ende der NachtAndrzej Stasiuk:
Die Welt hinter DuklaHenryk Grynberg:
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Das Mädchen mit Rotem MantelCze³aw Mi³osz:
Hündchen am WegesrandRyszard Kapuœciñski:
Die Welt ist ein gewalttätiges ParadiesAleksander Wat:
Jenseits von Lüge und WahrheitAdam Zagajewski:
Lachen und ZerstörungZbigniew Herbert:
Herrn Cogitos Vermächtnis, 89 GedichteMarek H³asko:
Die schönen ZwanzigjährigenHalina Poœwiatowska:
Erzählung für einen FreundWilhelm Dichter:
Rosenthals VermächtnisNatasza Goerke
Sibirische PalmeMarek £awrynowicz:
Der Teufel auf dem KirchturmKrzysztof Maria Za³uski:
Bodensee TryptychonGustaw Herling:
Welt ohne ErbarmenArtur Sandauer:
Der Tod eines LiberalenRyszard Krynicki:
Stein aus der neuen WeltAdam Zagajewski:
Ich schwebe über KrakauNatasza Goerke:
Abschied von PlasmaMa³gorzata Saramonowicz:
Die SchwesterW³odzimierz Kowalewski:
Rotes Haar, nachtsOlga Tokarczuk:
Ur- und andere ZeitenMaria Nurowska:
Tango für dreiJózef Ignacy Kraszewski:
Graf Brühl
Abenteuerurlaub und anderes
Ryszard Kapuœciñski war lange Zeit Auslandskorrespondent und ist sehr viel gereist. Also ein passendes Buch für eine längere Reise. Nur dass die meisten Reisen sich von seiner Art zu reisen unterscheiden.
Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies sind Ausschnitte seiner Reportagen, Essays und biographischen Notizen. Sie sind chronologisch geordnet und umfassen seine ganze Schaffensperiode, vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bis heute. Es beginnt mit Kapuœciñskis Kindheit. 1932 in Piñsk, einem kleinen Dorf im Nordosten der Zweiten Polnischen Republik, geboren, brach der Zweite Weltkrieg aus, als er gerade sieben Jahre alt war. Doch Kapuœciñski beschreibt ohne Verbitterung, wie ihn die Erfahrung der Armut und Not sensibel gemacht hat für das Leiden anderer Menschen. Diese Zeit gab ihm Kraft, auch unter schwierigsten Bedingungen seine Reisen fortzusetzen. Er hat sich nicht geschont, war für nichts zu bequem.
Nach dem Studium der Geschichte unternahm er bereits mit 24 Jahren die erste große Reise durch Indien, Pakistan, Afghanistan und Japan. Bald wurde er Auslandskorrespondent und arbeitete für die polnische Nachrichtenagentur in China, Afrika und Südamerika. Später schrieb er für die in Paris erscheinende Wochenzeitung „Kultura“ der polnischen Exilanten. Nachdem diese aufgrund ihrer regierungskritischen Äußerungen geschlossen wurde, begann er als freier Schriftsteller zu arbeiten. Viele seiner Reportagen klingen bei der ersten Lektüre wie das Drehbuch zu einem amerikanischen Kriegsfilm, nur daß der Hauptdarsteller nicht Arnold Schwarzenegger, sondern Ryszard Kapuœciñski heißt. Egal ob Guerillakämpfe in Ghana, Militärputsch im Angola oder der Fußballkrieg zwischen Honduras und Salvador – Kapuœciñski ist dabei. Er hockt nicht in einem komfortablen Hotel im Diplomatenviertel, sondern berichtet aus vorderster Front. Er beschreibt einfach, was er sieht, was ihm auffällt, die Menschen, die er trifft. Seine Berichte sind nie oberflächlich, da er immer wieder interessante historische und kulturelle Zusammenhänge erklärt. Er selbst scheint unverwundbar: Trotz mehrfacher Gefangenschaft, vielen haarsträubenden Situationen und diverser Malariaerkrankungen kehrt er immer wieder genau dorthin zurück, wo es gerade brenzlig wird und sich jeder andere Mensch schleunigst aus dem Staub gemacht hätte. Als er nach fünfjähriger Tätigkeit als Afrikakorrespondent nach Polen zurückkehrt, um dort als „gewöhnlicher“ Reporter zu arbeiten, bekommt er schon nach einigen Wochen ein solches Fernweh, daß er seinen Chef solange bedrängt, bis er schließlich eine Stelle in Südamerika bekommt.
Die Auszüge aus Kapuœciñskis Büchern machen Lust, mehr von ihm zu lesen.
Matthias Knoll
Ryszard Kapuœciñski, Die Welt ist ein gewalttätiges Paradies, aus dem Polnischen von Martin Pollack, ca. 30 DM