Rezensionen
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Piotr Siemion:
Picknick am Ende der NachtAndrzej Stasiuk:
Die Welt hinter DuklaHenryk Grynberg:
Drohobycz, DrohobyczRoma Ligocka:
Das Mädchen mit Rotem MantelCze³aw Mi³osz:
Hündchen am WegesrandRyszard Kapuœciñski:
Die Welt ist ein gewalttätiges ParadiesAleksander Wat:
Jenseits von Lüge und WahrheitAdam Zagajewski:
Lachen und ZerstörungZbigniew Herbert:
Herrn Cogitos Vermächtnis, 89 GedichteMarek H³asko:
Die schönen ZwanzigjährigenHalina Poœwiatowska:
Erzählung für einen FreundWilhelm Dichter:
Rosenthals VermächtnisNatasza Goerke
Sibirische PalmeMarek £awrynowicz:
Der Teufel auf dem KirchturmKrzysztof Maria Za³uski:
Bodensee TryptychonGustaw Herling:
Welt ohne ErbarmenArtur Sandauer:
Der Tod eines LiberalenRyszard Krynicki:
Stein aus der neuen WeltAdam Zagajewski:
Ich schwebe über KrakauNatasza Goerke:
Abschied von PlasmaMa³gorzata Saramonowicz:
Die SchwesterW³odzimierz Kowalewski:
Rotes Haar, nachtsOlga Tokarczuk:
Ur- und andere ZeitenMaria Nurowska:
Tango für dreiJózef Ignacy Kraszewski:
Graf Brühl
Aus Nachbarn wurden Feinde
Grynberg ist ein Überlebender, der Polen 1967 verlassen hat. Obwohl er seit vielen Jahren in den USA lebt, schreibt er auf polnisch.
Seine Bücher kreisen um zwei Themen – den Holocaust und um das tiefe Trauma, das dieser hinterlassen hat.
Die Erzählungen aus Drohobycz, Drohobycz beginnen wie ganz normale Familiengeschichten. Wir erfahren, wie die Menschen leben, was sie den Tag über machen. Ohne jede Vorwarnung wird der normale Ablauf des Tages zerstört. Menschen werden verschleppt, vertrieben und verraten. Die Kinder trifft es härter als die Erwachsenen. Ihre Familien werden auseinandergerissen, sie müssen zusehen, wie Verwandte und Freunde umgebracht werden.
Die Geschichten vom Judenmord werden einfach und distanziert erzählt.
Die Lebensbilder beruhen wohl auf Gesprächen mit realen Personen, doch sind es keine Interviews. Siê handeln nicht nur von den Greueltaten der deutschen Soldaten, sondern auch den Verfolgungen der ehemaligen polnischen und russischen Nachbarn. Viele Jahre lebten sie mit den Juden zusammen und waren dann fähig ihre jüdischen Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen in den Tod zu schicken.
Grynberg beschränkt sich nicht auf die Ereignisse während des Krieges, er beschreibt auch die Situation der Juden in Polen nach 1945. Juden werden nicht mehr ermordet, aber der Haß lebt in den Menschen weiter.
Ein Buch für diejenigen die vor der schrecklichen Wahrheit nicht zurückschrecken.
Justyna Kowalska
Henryk Grynberg, Drohobycz, Drohobycz,
aus dem Polnischen von
Martin Pollack, Zsolnay 2000,
39,80 DM