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lesung: ich habe keine schuhe nicht

Geschichten von Menschen zwischen Oder und Weichsel. Warum erzählen wir Geschichten? Warum schreiben wir sie nieder? - Damit sich andere darin wiederfinden. Unser Schatz an Erinnerungen ist das Bindeglied der Generationen und - nicht der Völker - der Menschen. Indem wir uns in den Geschichten des Gegenüber erkennen lernen, lernen wir ihn zu verstehen und zu respektieren. Wir eignen uns eine gemeinsame Sprache an - über Grenzen hinweg: jenseits von ethnischer, religiöser oder nationaler Zugehörigkeit.

»Das Nebeneinander verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen wird uns noch lange gegenseitigen Respekt und Toleranz abverlangen. Gleichzeitig aber wird die Zahl der Grenzgänger zunehmen, die, verwurzelt in ihrer Herkunftsgruppe, nach Neuem, Bereicherndem, nach besseren Lebensbedingungen und sozialem Aufstieg im Fremden streben. Denn beides wird in uns bleiben: das Bedürfnis nach Sicherheit im Bekannten und die Sehnsucht nach der Erweiterung durch das Fremde. Und beides hängt auf scheinbar paradoxe Weise zusammen. Denn je sicherer wir und fühlen, desto bereitwilliger öffnen wir uns dem nbekannten.
Die Menschen, die uns in diesem Buch begegnen, stellen einen Mikrokosmos dar, der vielen Lesern sehr fremd erscheinen mag. Lässt man sich aber auf ihre Ängste, ihre Prägungen, ihre Suche nach der eigenen Identität ein, wird man in den Geschichten aus der Vergangenheit gleichzeitig auf die ungelösten Probleme unserer Zukunft gestoßen.« Helga Hirsch


postkarte

 

förderer

am 19. dezember 2002 organisierte literaria in der stadtbibliothek frankfurt (oder) eine lesung mit helga hirsch, die von folgenden institutionen unterstützt wurde: kulturbüro und stadtbibliothek frankfurt oder, asta der euv, graduiertenkolleg kulturwissenschaften

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